Runen
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- Veröffentlicht am Dienstag, 14. Juni 2005 02:00
- Geschrieben von volkmar
Die Runen waren ursprünglich eine Art germanisches Alphabet. Das Wort "Rune" kommt vermutlich vom Altdeutschen "run" (= Geheimnis). Die genaue Herkunft der Runen ist unklar, aber es spricht einiges dafür, daß das erste bekannte Runenalphabet, der "Ältere Futhark" mit insgesamt 24 Zeichen, sich aus einer Symbol- und Bilderschrift im nordischen Raum entwickelte. Ab 700 n. Chr wurde der Ältere vom "Jüngeren Futhark" ("Wikinger-Futhark") mit 16 Zeichen abgelöst, von dem heutzutage über 5000 Inschriften bekannt sind. Im angelsächsischen Raum wurde außerdem noch der 33 Zeichen umfassende "Angelsächsische Futhark" entwickelt, der aber auf Papier zu langsam zu schreiben war und sich daher gegen die lateinische Schrift nicht durchsetzen konnte.
Wie viele andere germanische Symbole wurden auch die Runen Anfang des 20. Jahrhunderts von rechtsextremistischen und rassistischen Kreisen um Guido List mißbraucht, wobei inzwischen bewiesen ist, daß diese Kreise keine Ahnung von der historischen Bedeutung der Runen hatten. Daher wurden die Runen nach 1945 zunächst gemieden, doch im Zuge der Wiederbelebung des Asatru-Glaubens kamen sie wieder in Mode.
Heute wird den Runen oft eine magische Bedeutung zugeschrieben. Oft werden Runen auf Steine (Runensteine) oder in Holzplättchen eingeritzt. Diese Runen werden - analog zu Tarotkarten - dann als Orakel oder zur Beantwortung persönlicher Fragen gebraucht. Manche Esoteriker versuchen auch, zwischen den Tarotkarten und den Runen Entsprechungen zu finden, sprich: jeder Tarotkarte gemäß ihrer Bedeutung eine Rune zuzuordnen. Die meisten dieser Versuche sind aber nicht sehr überzeugend.
Andere setzen Runen bei magischen Ritualen ein, um bestimmte magische Wirkungen zu erzielen.
Es sind im allgemeinen zwei verschiedene Schriftsysteme im Gebrauch. Das eine davon ist der sogenannte "Ältere Futhark"; er entspricht dem historisch älteren Runenalphabet (siehe oben) und besteht aus 24 verschiedenen Zeichen, die meistens in drei oder vier Gruppen zusammengefaßt werden. Der "jüngere Futhark" ist weniger gebräuchlich. Gewisse esoterische Kreise erfanden im 20. Jahrhundert auch noch eine 25. Rune, die sog. "Odinsrune", die einfach aus einer leeren Fläche besteht. Diese ist aber historisch nicht überliefert und wird von den meisten Asatru daher abgelehnt.
In der Gothic-Szene sind Runen (insbesondere die des Älteren Futhark) sehr beliebt. Zum einen werden Runen gerne als Schmuckstücke getragen, zum anderen benannte sich z.B. die heidnische Band Hagalaz Runedance nach der Rune Hagalaz.
Näheres zu den Runen des Älteren Futhark findet sich auf der Homepage von Duke Meyer.





