Kelten und Druiden


Im Zuge der Rückbesinnung auf die eigene Herkunft landen viele Menschen bei den Kelten (was auch damit zusammenhängt, daß die Germanen, bedingt durch das Dritte Reich, weniger "hip" sind). Wer aber waren die Kelten? Und was genau ist ein Druide? "Kelten" ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stämme, die sich nach dem Ende der Eiszeit aufmachten, um das eisfrei gewordene Europa zu besiedeln. Dabei wurden diejenigen Stämme, die sich im Westen bis Südwesten ansiedelten, als "Kelten" bekannt, während die Stämme, die den Norden besiedelten, die Bezeichnung "Germanen" bekamen. Die Kelten, die sich auf dem Festland niederließen, verschmolzen dort sehr schnell mit anderen Stämmen zu eigenständigen Kulturen. Von diesen Kulturen ließen sich die durch die Asterix-Comics berühmt gewordenen Gallier sehr schnell romanisieren, während die Bretonen ihre kulturelle Eigenständigkeit bis heute beibehielten. Ähnlich verhält es sich mit den Kelten auf den britischen Inseln, genauer: mit den Gälen in Irland und Schottland, den Cymrern und Cornen in Wales, den Picten in Schottland sowie den Britonen (auf die Inseln übergesetzter Teil der Bretonen). Diese führten ihre Kultur unbeeinflußt von außen in die heute bekannten keltischen Hochkulturen fort. Erst später, als Angeln und Sachsen nach Britannien sowie die Wikinger auf fast alle britischen Inseln vordrangen, war auch die keltischen Kulturen starken Einflüssen von außen ausgesetzt.

Soviel an historischen Fakten über die Kelten. Was aber hat es mit der keltischen Religion auf sich, mit dem Druidentum?

Bei den Kelten muß man trennen zwischen Glauben und Religion. Der Glaube ist das grundsätzliche Wissen des einzelnen um die Natur und deren Beziehung zum enzelnen Kelten. Es ist das Bstreben eines Kelten, denjenigen Platz einzunehmen, den die Natur für ihn vorgesehen hat, indem er die Gesetze eben dieser Natur befolgt. Das bedeutet, daß der Glaube eines Kelten keines Katechismus und keines Dogmas bedarf.

Das Symbol der Beziehung des einzelnen zur Natur war das berühmte Triskell, das heute auch in der Gothic-Szene gerne als Schmuckstück getragen wird.

Die keltische Religion wiederum ist das Wissen von den Naturkräften, wie etwa Blitz, Feuer, Heilung etc. Nach keltischer Vorstellung muß man diesen Kräften Namen geben, um mit ihnen kommunizieren oder gar ihnen befehlen zu können. Diese Aufgabe hatten in der keltischen Gesellschaft die Druiden.

Die Druiden hatten sehr vielfältige Aufgabengebiete. Der Druidenexperte Karsten Link zählte sie in einem Artikel in der Heidenarbeit wie folgt auf: "Gesetzeshüter, Berater, Zeremonienmeister, Priester, Landschaftspfleger, Tier- und Pflanzensachkundiger, Seher, Chronist, Schiedsrichter, Lehrer, Geschichtenerzähler und vieles andere". Druide zu werden war kein Beruf, sondern eine Berufung. Jeder Stamm hatte einen oder mehrere Druiden, der unter den jungen Männern seines Stammes oder seines Landstrichs einen als Schüler auswählte, der ihm geeignet erschien. So wurde das Wissen der Druiden von Generation zu Generation übertragen - ausschließlich mündlich, denn schriftliche Überlieferungen gab es nicht. Daher kennen wir heute leider nur noch Bruchstücke dieses Wissens.