Qntal Tour 2006 - Support: Unto Ashes
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- Veröffentlicht am Donnerstag, 02. November 2006 02:00
- Geschrieben von volkmar
Qntal, 10.10.2006, Jugendkirche Jona, Frankfurt; Vorgruppe Unto AshesVor etwas mehr als zehn Jahren besuchte ich ein Konzert von Deine Lakaien in Stuttgart – und erlebte eine Überraschung. Diese Überraschung bestand aus einer Vorgruppe namens Qntal, die durch ihre musikalischen Leistungen sogar Deine Lakaien in den Schatten stellte.
Über die Jahre hin verschob sich mein Musikgeschmack ein wenig, aber Qntal verlor ich nie aus den Augen. Insbesondere Silver Swan, das letzte Werk des außergewöhnlichen Trios, hatte es mir angetan. Daher war ich sehr froh, dass ich am 10.10.2006 in der Jugendkirche Jona Frankfurt zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Qntal erleben durfte, diesmal im Rahmen der "Silver Swan"-Tournee. Aber gegenüber dem Konzert von 1996 hatte sich einiges geändert.
Der Ort
Die Jonakirche in Frankfurt ist eine Jugendkirche, die - der Einrichtung nach zu urteilen – vor allem für Jugendarbeit genutzt wird. Sie besticht vor allem durch eine hervorragende Akustik (oder sollte das eine Leistung des Toningenieurs gewesen sein?). Im Kirchenraum herrscht eine angenehme Atmosphäre, die bei Kirchen nicht selbstverständlich ist. Selbst die Toiletten -Schwachpunkt vieler Konzertorte – sind modern ausgestattet und gut gepflegt. Insgesamt kann ich dem Konzertort Jonakirche also gute Noten ausstellen.
Die Vorgruppe: Unto Ashes

Im Gegensatz zum oben erwähnten Lakaien-Konzert waren Qntal diesmal der Hauptact des Abends. Und sie hatten eine Vorgruppe: Unto Ashes aus New York. Unto Ashes besteht ebenfalls aus drei Mitgliedern, als da sind: Natalia Lincoln (Gesang, Keyboard), Ericah Hagle (lead vocals) und Michael Laird (Keyboards, Gitarre, Dulcimer, Gesang, Perkussion). Ähnlich wie Qntal machen Unto Ashes Musik, die nicht leicht zu beschreiben ist. Man könnte sie am besten umschreiben als teilweise auf Keyboards gespielte Mittelaltermusik mit Gothic- Metal- Punkelementen und sogar Einflüssen aus arabischen und der persischen Musik. Benannt hat sich die Gruppe übrigens nach einem Sonnet des Dichters Fulke Greville Lord Brooke, der im 17. Jahrhundert lebte.
Laut Michael Popp gaben Unto Ashes in einem Interview u.a. Qntal als Vorbild an. Daher nahmen Qntal die Gruppe näher unter die Lupe – und luden sie ein, als Vorgruppe an der Tour mitzuwirken. Unto Ashes gefielen mir sehr gut. Ihre Musik ist durch Worte nur schwer wiederzugeben. Eine weitere Überraschung: mitten in ihrem Set kündigten sie eine Coverversion eines Qntal-Titels an: Frühling. Und tatsächlich brachten sie das Stück durchaus gekonnt dar und beendeten ihr Set mit einem Blue Oyster Cult-Cover: "(Don’t Fear) the Reaper". Aber dies sollte nicht die letzte Überraschung des Abends werden.
Qntal
Nach etwa einer Dreiviertelstunde betraten Qntal die Bühne. Syrah (Sigrid Hausen), Michael Popp und Philipp Groth eröffneten den Abend mit einem Stück aus dem Albun "Silver Swan". "Von den Elben", wozu das von Brian Froud gestaltete Video eingeblendet wurde. Danach kam "Dulcis Amor" von der "Qntal IV", und ein weiterer alter Qntal-Klassiker, das "Palestinalied" von Walther von der Vogelweide.Insgesamt war es eine gelungene Mischung aus alten Klassikern und neuen Titeln, insofern war das Konzert nicht ganz so ruhig wie das "Silver Swan"-Album. Mit "Veni" war sogar ein neuer, sehr schneller Song am Start, der aber nur auf der limitierten Ausgabe des silbernen Schwans enthalten ist. El Konde, der Mixer, leistete jedoch hervorragende Arbeit: sowohl die ruhigen als auch die schnellen Stücke klangen hervorragend; alle Instrumente und Syrahs Gesang standen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.
Eine weitere Überraschung gab es beim dritten oder vierten Lied: die Mitglieder von Unto Ashes betraten wieder die Bühne und wirkten an einem Song mit. Danach verließ Natalia Lincoln die Bühne, die anderen beiden blieben bis zum Schluss dabei und beteiligten sich an den meisten Songs. Eine solche Integration der Vorgruppe in den Hauptact habe ich selten erlebt.
Qntal beendeten ihr Set mit "Ecce gratum", danach brandete ein riesiger Applaus auf, der stellenweise in "standing ovations" überging (der Konzertsaal war bestuhlt). Natürlich kamen Qntal zurück auf die Bühne und spielten eine wunderbar-poetische Version von "Unter der linden". Als Gegensatz dazu folgte der Clubklassiker "Ad mortem festinamus", bis "Flow" das Konzert beendete.
Insgesamt war es ein sehr wunderschönes und stimmungsvolles Konzert mit einigen unvergeßlichen und ungewöhnlichen Elementen. Ich freue mich schon auf das Estampie-Konzert an gleicher Stelle, das für Januar 2007 angekündigt ist.
Website von Qntal: http://www.qntal.de/
Website von Unto Ashes: http://www.untoashes.com/deutsch.html





