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Tarja - "Storm over Europe"-Tour, Schlachthof Wiesbaden, 14.05.2008 |
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Geschrieben von volkmar
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Samstag, 17. Mai 2008 |
Auf dieses Konzert hatte ich mich schon seit langem gefreut.
Im Rahmen ihrer „Storm over Europe "-Tour brachte Tarja Turunen zusammen mit ihrer
Begleitband auch frischen Wind in den Schlachthof Wiesbaden .
Außerdem waren gleich zwei Vorgruppe angekündigt. Wie würden diese klingen? Würden sie zu Tarja passen?
Der Schlachthof liegt sehr verkehrsgünstig in der
Wiesbadener Innenstadt, nur fünf Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Im Inneren
gibt es zwei Räume, in denen Konzerte stattfinden: zum einen die große Halle,
zum anderen die sog. „Räucherkammer". Das Tarja-Konzert fand aufgrund des
Andrangs natürlich in der großen Halle statt.
Vor dem Konzert gab es zwei Einlässe. Witzigerweise stellten
sich praktisch alle Leute links an, so dass ich rechts sofort durchkam, ohne
lange Wartezeit.
Die Halle selbst war recht groß. Ein kleiner Teil hinten war
abgesperrt wegen Bauarbeiten. Der Rest der Halle war zu schätzungsweise 80%
gefüllt, das Konzert war also nicht ganz ausverkauft. Über den Daumen gepeilt
waren ein paar hundert Besucher anwesend.
Ab 19 Uhr war Einlass, kurz vor acht begann das Programm.
Doug Wimbish &
Co.: Aufwärmen
Den Anfang machte der Basser Doug Wimbish, begleitet von
Alex Scholpp, Mike Terrana und einigen anderen Bandmitgliedern. Wie schon auf
„My Winter Storm" erwies sich Doug als brillanter Bassist, dafür ist seine
Stimme nur durchschnittlih (egal, man kann nicht alles können). In einem Lied
drückte er sehr plakativ aus, was er von Herrn Dubbeljuh hält - gar nichts.
The Dogma.
Kaputtgemixt
Anschließend folgte als zweite Vorgruppe die italienische
Power Metal-Band The Dogma http://en.wikipedia.org/wiki/The_dogma Über das Spiel dieser Gruppe kann ich leider
nichts aussagen, da der Soundmix auf einmal so schlecht war, dass ich die Musik
als unangenehm empfand und mir gegen Ende sogar Teile eines Papiertaschentuches
in die Ohren stopfen musste. Zuerst dachte ich, es wäre die schlechte Akustik.
Nachdem aber Tarja durchaus normal klang, habe ich den Verdacht, dass die Vorgruppe
bewusst „kaputtgemixt" wurde. Dies istt natürlich nur ein Verdacht, Beweise
dafür habe ich nicht. Aber es war schon auffällig,.dass sowohl Doug Wimbish
& Co. als auch Tarja deutlich besser klangen.
Die Praxis, Vorgruppen schlecht abzumischen, hat in den
letzten Jahren leider zunehmende Verbreitung gefunden. Meistens geht dies vom
Tour- oder vom Bandmanagement aus (vom Hauptact dagegen praktisch nie).
Dahinter steht die Befürchtung, die Vorgruppe könnte dem Hauptact die Schau
stehlen. In den allermeisten Fällen halte ich diese Sorge für völlig
unbegründet. Abgesehen davon frage ich mich, warum jemand, der soviel Angst vor
einer Vorgruppe hat, diese überhaupt auftreten lässt. Wäre es nicht sinnvoll,
unter solchen Umständen auf Vorgruppen ganz zu verzichten? Kaputtmixen ist
meiner Meinung nach eine Perversion musikalischen Denkens, es ist ein Betrug an
der Vorgruppe und an den zahlenden Zuschauern, die sich im Extremfall (wie bei
mir) Gehörschutz verschaffen müssen. Nebenbei wirft es ein schlechtes Licht auf
die Hauptband . Liebe Verantwortliche, bitte lasst diesen Sch... bleiben!
Um wieder auf das Konzert zurück zu kommen: bei The Dogma
hatte ich zeitweise den Eindruck, dass die Band nicht schlecht ist. Aber
aufgrund des schlechten Soundmixes kann ich mir darüber letzten Endes kein
Urteil erlauben.
Tarja
Kurz nach 21 Uhr betrat die von mir lang ersehnte Tarja die
Bühne. Sofort legte sie los mit „Lost Northern Star", dem dritten Song des
aktuellen Albums „My Winter Storm". Danach folgte „My Little Phoenix".
Als drittes kam nun der erste Titel aus Tarjas
Nightwish-Zeit. „Passion And The Opera", das vom Album „Oceanborn" stammt. Wie
gewohnt meisterte Tarja auch die Koloraturen am Ende des Titels ohne
Schwierigkeiten. Für mich war dieser Song das erste Highlight des Konzerts.
„Passion And The Opera" sollte nicht der einzige
Nightwish-Song bleiben. An fünfter Stelle folgte „Nemo", ein weiterer
Nightwish-Klassiker. Dieser Song ermöglicht einen interessanten Vergleich, da
auf dem Nightwish-Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle dieses Lied
ebenfalls gespielt wurde, nur von Nightwish eben. Mir gefiel die Tarja-Version
stimmlich besser, instrumental dagegen sehe ich einen leichten Vorteil für
Nightwish gegenüber Tarjas Begleitband.
Nach „Nemo" folgte „I Walk Alone", der wohl bekannteste
Titel von „My Winter Storm", gleichzeitig die erste ausgekoppelte Single. Auch
dieser Song war für mich ein Highlight. Direkt danach ein weiterer Titel vom
Solo Album „Ciaran's Well", ein Lied, das im Rahmen der Studioaufnahmen für das
Album in Irland entstand. Hier legten insbesondere Doug Wimbish und Alex
Scholpp voll los.
Vor „I Walk Alone" wechselte Tarja übrigens das erste Mal
ihr Kleid, wenn ich mich richtig
erinnere. Im Laufe des Abends sollten noch drei weitere Kleider folgen.
Als ein Lied mit Überraschungen erwies sich der neunte
Titel, „Over The Hills And Far Away", ein Gary Moore-Cover, das bereits zu
Nightwish-Zeiten von Tarja gecovert worden war. Die Überraschung lag darin,
dass sie am Mikrophon von ihrem Bruder Toni unterstützt wurde. Natürlich hat
Toni nicht die Stimme seiner Schwester, geschweige denn deren Ausbildung, aber
sein Gesang passte zum Lied. Die musikalische Begabung muss wohl in der Familie
liegen.
Direkt nach „Over The Hills And Far Way" kam "The Reign",
ein stimmlich anspruchsvolles, ruhigeres Stück. Weitere Highlights des
regulären Teils waren „Sing For Me" und eine weitere Überraschung: bei „Oasis",
einem von Tarja geschriebenen Liebeslied in finnischer Sprache, setzte sie sich
an ein Nord-Keyboard und trug das Lied alleine vor, ohne Begleitung.
Der reguläre Teil des Konzertes endete mit dem Alice
Cooper-Cover „Poison", ein Lied, das unter Tarja-Fans sehr umstritten ist; mir
gefällt es jedoch. Aber natürlich durfte Tarja nicht ohne Zugaben nach Hause
gehen, also gab es noch eine sehr gute
Version von „Wishmaster" (ein weiterer Nightwish-Klassiker), die neue Single
„Die Alive" und als letztes die ruhige Ballade „Calling Grace", die aber nicht
zu meinen Lieblingsstücken gehört.
Fazit: es handelte sich, was den Tarja-Teil des Abends
betraf, um ein geniales Konzert - für mich das bisher beste im Jahre 2008. Tarja
hat sich mit genialen Musikern umgeben, allen voran Doug Wimbish (Bass), Alex
Scholpp (Gitarre), Mike Terrana (Drums), Marie Ilmoinen (Keyboards) und ihrem
Bruder Toni (Drums, Gitarre, zeitweise Gesang). Der Rest war weniger gut, der
Soundmix bei „The Dogma" ärgerlich. Trotzdem würde ich Tarja bei der nächsten Tour
oder einer anderen Gelegenheit jederzeit wieder sehen wollen. Die Lichteffekte
waren hervorragend, der Soundmix beim Hauptact sehr gut.
Playlist:
01 Lost Northen Star
02 My Little Phoenix
03 Passion And The Opera
04 Minor Heaven
05 Nemo
06 I Walk Alone
07 Ciaran's Well
08 Our Great Divide
09 Over The Hills And Far Away
10 The Reign
11 Sing For Me
12 Oasis
13 Poison
Zugaben:
14 Wishmaster
15 Die Alive
16 Calling Grace
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. März 2009 )
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