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Coronatus - Porta Obscura PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von volkmar   
Sonntag, 11. Januar 2009
CD (mimiterte Ausgabe im Digipak), Massacre Records, November 2008

Coronatus - Porta Obscura Einer der kritischen Punkte in der Geschichte jeder Band ist das zweite Album, das diese veröffentlicht. Beim Erstling genießen die meisten Gruppen einen gewissen „Welpenschutz", Publikum und Kritiker sind bereit, über gewisse Fehler hinwegzusehen. Beim zweiten Album ist das nicht mehr der Fall, was ab und zu böse Verrisse nach sich ziehen kann.

Mit „Porta Obscura" liegt nun das zweite Album von Coronatus vor. Wie hat die Band die kritische Klippe umschifft?
Beginnen wir mit dem Cover. Eingerahmt von den Vokalistinnen Carmen R. Schäfer und Ada Flechtner, sehen wir in der Mitte ein mysteriöses steinernes Tor, das sich gerade zu öffnen scheint. Dieses Titelbild macht neugierig. Wohin mag das Tor wohl führen?

Die CD beginnt mit einem orchestralen Prolog, der erst am Ende kurze lateinische Gesangsparts enthält, von denen ich nur „Porta Obscura" verstanden habe. Danach legt die Band sofort los mit dem fetzigen „Exitus". Dieser Song ist auf Latein und handelt von einer Teufelsaustreibung („Vade, Satan, vade" dt. „Weiche, Satan, weiche"). Beide Sängerinnen singen ihn gemeinsam

Der nächste Titel „Fallen" ist dagegen in deutscher Sprache (nicht englisch, wie man beim Titel auch denken könnte). Er ist langsamer und beginnt mit einem Klavierintro.  Hier spielen Coronatus ihre besondere Stärke aus: Gesangsparts von Ada Flechter und Carmen R. Schäfer wechseln sich gegenseitig ab, und sind gut aufeinander abgestimmt - besser als auf allen Songs des Erstlingwerkes „Lux Noctis ".

„In Silence" startet wiederum mit Gitarren. Der Text ist englisch, und auch hier wiederum das Wechselspiel von Carmen und Ada. Ab diesem Song steigern sich Coronatus mehr und mehr. „Beauty In Black" beschreibt eine schwarz gekleidete Frau (eine Clubbesucherin?), der etwas Schlimmes im Leben zugestoßen ist (was, das schildert der Text nicht). Vokal dominiert hier Carmen R. Schäfer, in der Mitte des Songs befinden sich längere Gitarrensoli.

Der Höhepunkt des Albums sind die drei Titel in der Mitte. „Cast My Spell" ist noch schneller als der „Exitus" am Anfang. In diesem Lied stimmt einfach alles: Gitarren, Schlagzeug, Gesang. Danach kommt - völlig überraschend - ein Lied, das im wesentlichen nur Klavier- und Gesangspassagen enthält: „In Your Hands", wobei übrigens Ada Flechtner am Klavier sitzt. Für Coronatus ist dies eine definitive Neuerung. Dennoch (oder gerade deswegen?) gehört dieser Song zu den stärksten der Platte.

Aller guten Dinge sind drei, und somit schließt sich direkt daran „Mein Herz", das in Qualität den vorherigen beiden Songs in nichts nachsteht.

Von den weiteren Liedern ist noch „Der vierte Reiter" erwähnenswert, da der Song vom Text her den vierten Apokalyptischen Reiter (den Tod) behandelt.

Auf der limitierten Ausgabe sind noch zwei Bonus-Tracks enthalten. Der erste ist „Flos Obscura", eine sehr schöne orchestrale Version des Songs „Dunkle Blume" vom ersten Album „Lux Noctis" mit lateinischem Text, wobei mir diese Version fast besser gefällt als das „Original". Der zweite Track ist eher von bandhistorischem Interesse: „Volles Leben", die erste Version aus dem Jahre 2002, aufgenommen mit einer völlig anderen Besetzung, und einer männlichen Gesangsstimme - plus ein paar weiblichen „background vocals". Offen gesagt, nachdem ich diese Version gehört habe, bin ich sehr froh, dass Carmen R. Schäfer und Ada Flechtner den Sound von Coronatus bereichert haben!

Was ist nun von „Porta Obscura" zu halten? Fassen wir uns kurz: mit diesem Album ist es Coronatus erfolgreich gelungen, die „Klippe des zweiten Albums" zu umschiffen. Vom Sound her fühlte ich mich zeitweise an „Wishmaster" von Nightwish erinnert (im Gegensatz dazu dachte ich bei „Lux Noctis" öfters an Nightwishs „Oceanborn"). Falls jemand sich das Album nun zulegen möchte, empfehle ich die limitierte Ausgabe, sie glänzt durch ein Digipak sowie durch zwei Bonustracks. Man könnte das Gesamturteil auch kurz mit den Worten" sehr empfehlenswert" zusammenfassen, was ich hiermit getan habe. Ich bin bereits sehr gespannt auf das nächste Album von Coronatus.

Volkmar Kuhnle, Januar 2009

Weitere Artikel über Coronatus:
Rezi "Lux Noctis"
Interview mit Coronatus zu "Lux Noctis"

Website von Coronatus: http://coronatus.net/
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 28. Januar 2009 )
 
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